Sie fragen, die Calando Pflegedienst GmbH antwortet

Bei unseren Beratungsgesprächen mit Angehörigen und Klienten entstehen häufig Fragen, die wir beantworten möchten. Diesmal dreht es sich um Pflegehilfsmittel, Entlastungsbeträge, Pflegegrade und Leistungskomplexe.

Nach grundlegenden Fragen und Antworten zum Thema Aufnahme in einen Pflegedienst und Verordnungen vom Arzt, beschäftigen wir uns im zweiten Teil von „Sie fragen, die Calando Pflegedienst GmbH antwortet“ mit konkreteren Themen. Und: Nach wie vor möchten wir Sie dazu animieren, am Ende des Textes Ihre eigene Frage zu stellen. Diese beantworten wir in den nächsten Beiträgen hier im Calando Magazin.

Worin besteht der Unterschied zwischen Pflegehilfsmittel und Krankenhilfsmittel?

Unter Pflegehilfsmittel versteht man beispielsweise Bettschutzunterlagen, Handschuhe, Desinfektionsmittel oder Schutzschürzen. Die Pflegekasse übernimmt unter Umständen die Kosten – bis zu 40 Euro pro Monat und bei Notwendigkeit. Hierzu muss eine Antragstellung, bei der wir als Pflegedienst behilflich sein können, erfolgen. Wir arbeiten mit verschiedenen Unternehmen zusammen, damit Klienten pünktlich jeden Monat ihre Pflegehilfsmittel erhalten.

Krankenhilfsmittel dagegen bekommen Klienten durch ein Rezept vom Arzt. Inwieweit die Pflegekasse Kosten übernimmt, muss individuell ermittelt werden. In diese Kategorie fallen unter anderem Inkontinenzmaterial, aber auch Sitze und Lifte für Wannen sowie Toilettensitzerhöhungen.

Was ist unter Pflegegraden zu verstehen? Wie erfolgt das Beantragen?

Zum 1. Januar 2017 wurden die drei alten Pflegestufen abgelöst und durch fünf Pflegegrade ersetzt. Diejenigen, die bereits eine Stufe besaßen, wurden direkt in einen ebenbürtigen Pflegegrad übergeleitet. Wer neu einen Pflegegrad bei seiner Krankenkasse beantragt, erhält einen Termin vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK), der beim Antragssteller vorbeischaut, diesen begutachtet und anhand bestimmter Kriterien (körperliche und geistige Verfassung etc.) eine Einstufung vornimmt.

Weitere Details zu den Pflegegraden erhalten Sie in unserem Fachartikel.

Worin besteht der Unterschied zwischen Sachleistungen und Kombileistungen beim Pflegegeld?

Sobald man eine Einstufung für einen Pflegegrad erhalten hat, kann entschieden werden, ob man Sachleistungen oder Kombileistungen beziehen möchte.

Unter Sachleistung ist zu verstehen, dass das Pflegegeld monatlich ausgezahlt wird, zum Beispiel wenn Familienmitglieder oder Angehörige die Pflege übernehmen wollen. Eine Rechenschaft muss gegenüber der Pflegekasse nicht abgegeben werden.

Soll ein Pflegedienst zur Entlastung der Angehörigen unterstützend aktiv werden, fällt die Wahl auf die sogenannte Kombileistung. Der Pflegedienst rechnet erbrachte Leistungen mit der Pflegekasse ab. Wird das Budget nicht ausgeschöpft, erfolgt eine Auszahlung an den Klienten.

Bei Kombileistungen stehen deutlich höhere Geldsummen zur Verfügung. Wichtig ist dennoch zu wissen: Die von der Pflegekasse gezahlten Summen decken den realen Bedarf eines Klienten meist nicht ab. Kombileistungen und Sachleistungen sind daher als Zuschuss zu verstehen. Ein Teil muss selbst getragen werden.

Was sind Leistungskomplexe?

Die Pflegekasse stellt einen Leistungskatalog bereit, an den sich ein Pflegedienst halten muss. Dieser ist in Komplexe aufgeteilt, bei denen es sich um klar definierte Aufgabenbereiche handelt. Es existieren beispielsweise genau beschriebene Regeln für das Baden und Duschen von Klienten. Auch das Lagern im Bett, der Aufwand der Darm- und Blasenentleerung oder das Zubereiten von Speisen wird angegeben. Besagter Katalog beschreibt, was der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin eines Pflegedienstes erledigen muss und welche Kosten berechnet werden dürfen.

Abhängig davon, wie häufig Leistungen in Anspruch genommen wurden, erfolgt die Abrechnung zwischen Pflegekasse und Pflegedienst. Ist der daraus resultierende Betrag oberhalb des zur Verfügung stehenden Pflegegeldes, zahlt der Klient die Differenz. Bleibt er darunter, müssen zumindest die ohnehin anfallenden Investitionskosten getragen werden.

Wie viele Gesichter muss sich ein Klient merken?

Wir achten darauf, dass sich ein Klient an möglichst wenige Gesichter erinnern muss. Mit durchschnittlich vier bis fünf Mitarbeitern kann gerechnet werden. Es ist Urlaubszeiten, Weiterbildungen und Krankheitsausfällen geschuldet, dass nicht immer die gleichen Pfleger und Pflegerinnen vorbeischauen können. Wie in Krankenhäusern und anderen Einrichtungen sind bei der Calando Pflegedienst GmbH männliche Mitarbeiter tägig. Darauf sollten sich Klienten einstellen.

Klienten müssen auch mal damit rechnen, dass Mitarbeiter nicht immer pünktlich kommen, schließlich verändern sich Verkehrssituationen oder treten auch mal Notfälle ein. Ein Zeitfenster von +-20 Minuten sollte daher eingeplant werden.

Was ist der Unterschied zwischen Verhinderungspflege und Entlastungsbetrag?

Die Pflegekasse bietet für Angehörige die Verhinderungspflege nach SGB XI § 39 an.  Wenn Pflegepersonen verhindert sind oder eine „Auszeit“ benötigen, kann ein Pflegedienst beauftragt werden. Als Budget stehen 1612 Euro pro Jahr zur Verfügung. Diese verfallen zum Ende eines jeden Jahres.

Der Entlastungsbeitrag dient der Entlastung Angehöriger und wird monatlich ausgezahlt.

Im Idealfall werden Verhinderungspflege und Entlastungsbeitrag kombiniert, sodass ein Pflegedienst ein bis zwei Stunden pro Woche für das Wohlbefinden eines Klienten sorgen kann. Pflegerinnen und Pfleger helfen bei der Hauswirtschaft, beim Einkaufen oder beim Spazierengehen.

Weitere Details erfahren Sie bei einer individuellen Beratung.

Ihre Frage an die Calando Pflegedienst GmbH

Noch eine Frage offen? Wir beantworten diese im Calando Magazin. Nutzen Sie zum Stellen dieser einfach das Formular.



Sie fragen, die Calando Pflegedienst GmbH antwortet

Wenn sich die Lebensumstände ändern und Menschen einen Pflegedienst in Anspruch nehmen müssen oder möchten, entstehen viele Fragen. Welche Leistungen können in Anspruch genommen werden? Was zahlt die Kasse? Und wie gestaltet sich der Alltag?

Künftig möchten wir im Calando Magazin Fragen beantworten, die von Klienten und ihren Angehörigen häufig gestellt werden. Doch nicht nur das: Stellen Sie gerne Ihre eigenen Fragen am Ende dieser Seite – wir werden auf diese im Rahmen dieser Fragen & Antworten-Reihe öffentlich reagieren.

Wie wird man bei einem Pflegedienst wie der Calando Pflegedienst GmbH aufgenommen?

In der Regel rufen potentielle Klienten, Angehörige oder der Sozialdienst vom Krankenhaus an und erkundigen sich, ob ein Pflegedienst noch freie Kapazitäten besitzt. Ist dies der Fall, wird besprochen, ob die Postadresse des bzw. der zu Pflegenden im Einzugsgebiet liegt. Dann erfolgt die Klärung, ob ein Pflegegrad bereits vorhanden ist. Ohne einen solchen müssen erbrachte Leistungen privat bezahlt werden – das kann unter Umständen teuer werden.

Zusätzlich wird der zu erwartende Aufwand kommuniziert. Soll ein Mitarbeiter drei Mal täglich vorbeischauen oder nur ein Mal pro Woche? Ist eine Unterstützung beim Waschen oder ausschließlich bei der Hauswirtschaft gewünscht? Muss gespritzt werden? All das sind Aspekte, die schon im Vorfeld abgeklärt werden. Danach vereinbaren wir einen Termin für ein persönliches Beratungsgespräch, bei dem wir ins Detail gehen und gemeinsam einen individuellen Plan entwickeln.

Was sind Investitionskosten und wie hoch fallen diese aus?

Unter die Investitionskosten fallen alle anfallenden Kosten, die nötig sind, um eine Pflege zu ermöglichen. Das sind unter anderem Mieten und Leasingraten für das Büro und die Autos, genauso aber auch Material oder gar Kleidung zum Ausführen der Tätigkeit.

Die Investitionskosten sind in Sachsen unumgänglich, werden diese doch von den Pflegekassen nicht übernommen. Mit sieben Prozent vom Gesamtauftrag müssen Klienten oder Angehörige rechnen.

Wofür brauche ich eine Verordnung vom Arzt?

Sobald Klienten eine Behandlungspflege benötigen, erhalten sie eine Verordnung vom Arzt. Diese informiert Pflegedienste darüber, welche Tätigkeiten in der nötigen Häufigkeit ausgeführt werden müssen. Das kann bei Diabetikern das Messen des Blutzuckerspiegels oder das Spritzen von Insulin sein.

Eine Verordnung erhält man ebenfalls, müssen beispielsweise Kompressionsstrümpfe angezogen, ein Verband gewechselt oder bei stark dementen Menschen Tabletten verabreicht werden.

Der Pflegedienst erbringt die Leistungen der Behandlungspflege nach SGB V § 37/2.

Helfen Sie bei den Medikamenten? Was ist unter Arzt- und Apothekenkoordination zu verstehen?

Als zusätzliche Privatleistung bieten wir für 10 Euro im Monat das kontinuierliche Prüfen und Liefern der Arzneimittel an. Wir lassen wöchentlich die Medikamente von einer Apotheke setzen, Klienten erhalten ihre Wochenbox pünktlich. Auch müssen sich diese nicht  mehr um neue Rezepte kümmern. Und ändert sich die Medikamentation, wird diese automatisch angepasst. Als Pflegedienst koordinieren wir die Absprache zwischen behandelndem Arzt, der Apotheke und dem Patienten.

Der Calando Pflegedienst hilft zusätzlich bei weiterführenden Diensten, sofern diese gewünscht werden.

Was ist der Unterschied zwischen Kurzzeit- und Tagespflege? Bietet die Calando Pflegedienst GmbH so etwas an?

Wenn Sie Angehörige pflegen und beispielsweise verreisen müssen, können diese zu einer 24-Stunden-Betreuung stationär aufgenommen werden. Pflegekassen übernehmen die Kosten für die Unterbringung während der Kurzzeitpflege. Nach dieser vorübergehenden Versorgung kann die zu pflegende Person wieder nach Hause.

Auch bei der Tagespflege erfolgt eine Entlastung der pflegenden Personen. Klienten werden am Morgen abgeholt und zum Ort der Tagespflege gebracht. Dort wird unter anderem gemeinsam gekocht und auf eine angemessene Beschäftigung geachtet. Am Nachmittag geht’s wieder nach Hause.

Die Calando Pflegedienst GmbH bietet derzeit weder die Kurzzeit-, noch die Tagespflege an. Allerdings möchten wir später im Rahmen unseres geplanten Wohnprojekts beide Dienstleistungen zur Verfügung stellen.

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